Uferwiesen:

Willkommen am Fluss

Ende des 19. Jahrhunderts ist Hoheneck "ein echt schwäbisches Dorf gewesen, wo man den Neckar rauschen hörte", berichtete die Schriftstellerin Tony Schumacher. Seit 1907 war das Heilbad (eine größere Anzahl von Holzwannen) und die Wandelhalle mit Mineralwasser-Ausschank eine Attraktion. Die sanfte Flusslandschaft des Neckarufers lud Badegäste und andere Freizeitgenießer ein.

In den 1950er-Jahren wurde der Neckar zum schifffahrtstauglichen Kanal ausgebaut, steile Ufer wurden betoniert und gepflastert. Gewässerökologie spielte zu dieser Zeit kaum eine Rolle, für Pflanzen und Tiere war es schwer, hier einen gewässertypischen Lebensraum zu finden.

Als die Uferbefestigung zu Beginn der 2000er-Jahre sanierungsbedürftig wurde, hielt nun auch frisches Denken Einzug: Eine Projektpartnerschaft von Stadt Ludwigsburg und Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart ermöglichte eine zeitgemäße Ufersanierung unter und über dem Wasserspiegel.

Sie wird der Gewässerökologie gerecht, unter anderem durch Anlage von Laichplätzen und Lebensräumen für Jungfische. Gemeinsam geplant und ausgeführt, entstand so eine attraktive, strukturreiche und vor allem auch erlebbare Uferlandschaft.

Die neuen, ausgedehnten Flachuferzonen sind unter Wasser gut befestigt. Allerdings mit überwiegend losen, speziellen Steinschüttungen. In Kombination mit so genannten Lahnungsbauwerken, die den Wellengang abschwächen und die Buchten schützen, sind optimale Bedingungen für neue Wasser-Land-Lebensräume entstanden. Die gezielten Anpflanzungen von gewässertypischen Gehölzen und die Verwendung von gebietsheimischem Saatgut sind nicht nur auf die Gewässerökologie abgestimmt – sie sorgen auch für eine optische Attraktivität.

Für Fußgängerinnen und Fußgänger sind einzelne, besonders geeignete Buchten zugänglich gemacht: Hier können sie verweilen, den Blick aufs Wasser genießen, auch einmal barfuß einige Schritte in den Neckar gehen.